Der von der Familie Ajaots geführte Betrieb Rannu Seeme ist ein großer Agrarbetrieb im Süden von Estland. Der einst fünf Hektar große Bauernhof ist seit den 1980er-Jahren auf einen 2.255 Hektar großen Betrieb angewachsen, der Weizen, Raps, Gerste, Hafer, Roggen, Ackerbohnen und Heu anbaut.

Mit einem herausragenden Engagement in der Forschung ist es Rannu Seeme gelungen, die Weizenerträge zu steigern und die Umweltauswirkungen dabei konstant zu halten. Durch die Zusammenarbeit mit estnischen Forschungsinstituten verfolgt der Betrieb einen innovativen Ansatz beim Getreideanbau. Der Hof ist nach GLOBALG.A.P. zertifiziert und wurde in der Vergangenheit als „Landwirt des Jahres“ in Estland ausgezeichnet.

Madis Ajaots: Kernbereiche der Nachhaltigkeitspraxis

Zertifizierung und Versicherung

Zertifizierung und Versicherung

Der Hof ist seit Juni 2012 gemäß den Anforderungen des Qualitätssicherungssystems GLOBALG.A.P. zertifiziert. GLOBALG.A.P. stellt sicher, dass festgelegte Standardverfahrensweisen in den Bereichen Lebensmittelsicherheit/-qualität, Umweltmanagement, Buchführung und Arbeitnehmerschutz unabhängig geprüft werden.

Produktionsqualität

Produktionsqualität

Ein Global Positioning System (GPS) ist am Spitzgerät und am Düngerstreuer angebracht und ermöglicht die gezielte Ausbringung von Produktionsmitteln sowie die Minimierung danebengegangener Behandlungen. Auch am Mähdrescher ist ein GPS-Gerät angebracht, das die pflanzliche Produktion auf den einzelnen Feldern während der Ernte misst, wodurch Ertragsdaten zur Verbesserung künftiger Entscheidungen zur Düngerausbringung genutzt werden können.

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Fortschrittliche, wirtschaftlich tragbare Landwirtschaft

Fortschrittliche, wirtschaftlich tragbare Landwirtschaft

Die Erzeugung von qualitativ hochwertigem Mahlweizen hat dem Betrieb Zugang zu einem sicheren und wertvollen Premiummarkt verschafft.

Der Hof ist Mitglied einer großen Genossenschaft (mit insgesamt 80.000 Hektar Agrarland). Die Genossenschaft agiert auch als Einkaufsgruppe für die Beschaffung von Pflanzenschutzmitteln, Düngern und Kraftstoff und vermarktet alle auf dem Hof erzeugten Nutzpflanzen. Dies hat die Verhandlungsstärke des Betriebs erhöht und die Einkaufspreise für Produktionsmittel gesenkt.

Der Hof führt in Partnerschaft mit zwei Instituten Feldversuche durch. Die Ergebnisse dieser Versuche werden online, bei Treffen mit Landwirten und bei auf dem Hof veranstalteten Schulungstagen geteilt. Das Engagement und der Enthusiasmus des Betriebs beim Teilen seiner Initiativen und bewährten Verfahrensweisen stellen eine wertvolle Informations- und Wissensquelle für andere Landwirte dar.

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Boden

Boden

Der Hof erzeugt jährliche Durchschnittsweizenerträge von 7 Tonnen pro Hektar. Er liegt damit 50 % über dem estnischen Durchschnittsweizenertrag von 4,63 Tonnen pro Hektar. Um diesen Produktivitätswert zu erreichen, ergreift der Betrieb eine Vielzahl von Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheit und der Fruchtbarkeit des Bodens.

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Artenvielfalt und Ökosysteme

Artenvielfalt und Ökosysteme

Felder mit einer Größe von über 20 Hektar werden bei Rannu Seeme mit drei Meter breiten Streifen für Wildtiere gesäumt, und der Hof hat 4 Hektar Agrarland stillgelegt, das Wildtiere zur Futtersuche nutzen können.

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Menschenrechte und menschliches Wohlergehen

Menschenrechte und menschliches Wohlergehen

Der Hof bietet ein Berufsausbildungsprogramm für junge Menschen, die einen Berufsweg in der Landwirtschaft einschlagen möchten.

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Erfahren Sie mehr über die Geschichte von Madis Ajaots

Lesen Sie die Fallstudie, und erfahren Sie mehr darüber, wie der Hof im Vergleich zu den Standards und Kriterien für bewährte Verfahrensweisen des Programms abgeschnitten hat, was externe Forschung über das Vorgehen des Erzeugers offenbart und wie er von mehr Nachhaltigkeit profitiert.

Vollständige Fallstudie herunterladen (PDF, 2,1MB)
Madis Ajaots

“Der Betrieb Rannu Seeme kann auf drei Generationen von Agronomen und 75 Jahre Erfahrung im Getreideanbau zurückgreifen und ist von fünf Hektar Land in den 1980ern auf 2.700 Hektar im Jahr 2013 gewachsen. Die enge Zusammenarbeit mit estnischen Forschungsinstituten, der Landwirtschaftsuniversität und dem Institut für Pflanzenanbau haben uns bei der Einführung der aktuellsten und innovativsten Methoden zum Getreideanbau geholfen. Wir haben Forschungsfelder angelegt, auf denen wir das Potential und die Widerstandsfähigkeit verschiedener Getreidesorten aber auch Verfahrensweisen zum Eindämmen der Ausbreitung von Pflanzenkrankheiten und Schädlingen sowie zur Optimierung von Düngern testen. Wir teilen unsere Erkenntnisse bei Tagen der offenen Tür auf unserem Hof mit über 1.000 Landwirten aus dem Baltikum und darüber hinaus und verbreiteten besonders zeitkritische Daten über das Internet. Eines der Hauptziele von Rannu Seeme ist es, so umweltfreundlich wie möglich zu sein und zugleich Erträge von höchstmöglicher Qualität zu erreichen. Die zeitliche Planung der Ausbringung von Produktionsmitteln ist eine der Lösungen, die uns zum Erreichen unserer Ziele verholfen hat. Die Inhaber von Rannu Seeme wurden in Estland als „Landwirt des Jahres“ ausgezeichnet, und wir sind zudem stolzes Mitglied der starken Familie der McDonald’s Flagship Farms.”

Madis Ajaots Rannu Seeme, Estland

“Die Änderungen, die in den letzten Jahren in der estnischen Landwirtschaft stattgefunden haben, haben dem Betrieb zu Erfolg und weiterem Wachstum verholfen. Neben den offensichtlichen Vorteilen durch die Skaleneffekte, die ein Betrieb mit einer so großen Agrarfläche mit sich bringt, ist ein bemerkenswerter Aspekt das Ziel der Ertrags- und Qualitätssteigerung bei kontrolliertem und begrenztem Produktionsmittelaufwand. Dieser fokussierte Ansatz hat es dem Betrieb ermöglicht, den hochwertigen Weizen anzubauen, der von der Mahlindustrie gefordert wird, während seine Erträge konstant Erträge 50 % über dem Landesdurchschnitt liegen. Madis ist lernbegierig und möchte den Pflanzenanbau auf seinem Hof weiter verbessern; deshalb arbeitet er mit verschiedenen Akteuren der Branche zusammen, um bewährte Verfahrensweisen zu ermitteln, die er dann begeistert mit anderen Landwirten teilt.”

Karl Williams Betriebsleiter, FAI Farms